Wer gehört wozu, wie der bilaterale Weg entstanden ist, worüber das Parlament gerade streitet – und was das Volk bisher entschieden hat.
Stand: –
1Europa ist nicht die EU
Sechs Begriffe werden im Alltag ständig verwechselt. Tippen Sie auf eine Menge – im Schema, auf der Karte und in der Länderliste wird gleichzeitig sichtbar, wer dazugehört und wer nicht.
Zeitreise
Europa · rund 45 Staaten
EWR · Europäischer Wirtschaftsraum · 30
EU · 27
Eurozone · 21
Ohne Dänemark, Schweden, Tschechien, Polen, Ungarn und Rumänien · Bulgarien seit 1. 1. 2026
Drei EFTA-Staaten im EWR: Norwegen · Island · Liechtenstein – im Binnenmarkt, aber nicht in der EU
Schweiz
EFTA ja · Schengen ja EWR nein · EU nein · Euro nein
Statt EWR: rund 140 bilaterale Abkommen
Schengen / Dublin · 29 Staaten – 25 EU-Staaten (ohne Irland und Zypern) plus Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Schengen regelt die Grenzkontrollen, nicht den Handel.
EFTA · 4 Staaten – Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein. 1960 als Gegenstück zur EWG gegründet; heute vor allem ein Netz von Freihandelsabkommen mit Drittstaaten.
Tippen Sie ein Land an – auf der Karte oder in der Liste. Der Steckbrief erscheint
gleich über der Liste, die farbigen Punkte zeigen die Mitgliedschaften.
Auftrag 1Suchen Sie im Schema drei Staaten, die im Binnenmarkt mitmachen, ohne EU-Mitglied zu sein, und zeigen Sie sie auf der Karte. Erklären Sie danach in einem Satz, was die Schweiz anders macht als diese drei.
2Vier verbreitete Irrtümer
Tippen Sie auf eine Karte, um die Auflösung zu sehen.
1Wie der bilaterale Weg entstanden ist
Nach dem Nein zum EWR 1992 brauchte die Schweiz einen Ersatz für den Zugang zum europäischen Binnenmarkt. Die Antwort waren einzelne Verträge, in Paketen verhandelt.
2Die drei Pakete
Tippen Sie auf ein Paket, um die einzelnen Abkommen zu sehen.
Auftrag 2Wählen Sie aus den drei Paketen dasjenige Abkommen aus, das Ihren Berufsalltag oder Ihre Freizeit am stärksten betrifft. Begründen Sie Ihre Wahl mit zwei konkreten Beispielen.
1Der Weg der Vorlage
94EU-Rechtsakte, die das Paket betrifft
36Bundesgesetze, die angepasst werden
3neue Bundesgesetze
3ganz neue Abkommen: Strom, Lebensmittel, Gesundheit
2Die offene Frage: fakultativ oder obligatorisch?
Das ist zurzeit der schärfste Streit im Parlament – und ein Lehrstück in Staatskunde. Die Antwort entscheidet mit, wie hoch die Hürde an der Urne liegt.
Das will der Bundesrat
Fakultatives Referendum
Die Abstimmung findet nur statt, wenn sie jemand verlangt: 50 000 Unterschriften innert 100 Tagen oder acht Kantone.
Es zählt allein das Volksmehr.
Begründung: Es geht um Staatsverträge, nicht um einen Beitritt zu einer supranationalen Gemeinschaft.
Das wollen die Staatspolitischen Kommissionen beider Räte
Obligatorisches Referendum
Die Abstimmung findet automatisch statt, niemand muss Unterschriften sammeln.
Es braucht Volksmehr und Ständemehr.
Begründung: Die Tragweite entspricht faktisch einem Beitritt zu einer supranationalen Organisation.
Warum das zählt: Das Ständemehr gibt den kleinen, ländlichen Kantonen viel Gewicht. Eine Vorlage kann das Volksmehr schaffen und trotzdem scheitern – genau das ist am 14. Juni 2026 nicht passiert, dort fehlten beide Mehrheiten. Vergleichen Sie in der Ansicht «An der Urne», wie knapp einzelne Entscheide ausfielen.
3Worüber gestritten wird
Die Vorlage liegt im Parlament, es gibt noch kein Abstimmungsbüchlein. Die folgenden Positionen sind die öffentlich vertretenen Argumente beider Seiten – bewusst nebeneinander, ohne Gewichtung.
Auftrag 3Wählen Sie einen der Streitpunkte. Notieren Sie das stärkste Argument der Gegenseite Ihrer eigenen Meinung – so, dass ein Vertreter dieser Seite sagen würde: «Ja, genau so meinen wir es.»
1Europapolitik an der Urne
Seit 1972 hat das Schweizer Stimmvolk mehr als ein Dutzend Mal über das Verhältnis zu Europa entschieden. Der grüne Balken zeigt den Ja-Anteil.
Ja-AnteilNein-AnteilAngenommen / abgelehnt steht rechts
Drei Muster: Erstens wurde jede Vorlage, die den bilateralen Weg ausbaut, angenommen – meist deutlich. Zweitens wurde von den Begrenzungsvorlagen bisher nur eine einzige angenommen, die Masseneinwanderungsinitiative von 2014, und zwar mit 50,3 Prozent. Drittens war das EWR-Nein von 1992 der knappste und folgenreichste Entscheid: Er hat den bilateralen Weg überhaupt erst nötig gemacht.
Auftrag 4Suchen Sie die drei knappsten Entscheide heraus. Stellen Sie eine Vermutung auf, warum gerade diese drei so knapp ausfielen, und prüfen Sie sie an einem weiteren Beispiel.